CVJM Denkendorf

24. Dezember

Die Geschichte vom König mit den leeren Händen

In einer Gemeinde sollte ein Krippenspiel sein. Wie jedes Jahr am Heiligen Abend. Diesmal hatten junge Leute das Krippenspiel selber geschrieben. Und sie hatten wirklich an alles gedacht. Bei der Generalprobe, bei der angeblich generell alles schief gehen muss, ging tatsächlich allerhand ziemlich schief. Aber was das Schlimmste war: Die drei Könige hatte man schlichtweg vergessen. Aus unerfindlichen Gründen hatte man diese so wichtigen Rollen überhaupt nicht besetzt. Da man sie aber für unentbehrlich hielt, schlug jemand vor, in der Gemeinde rumzufragen, wer spontan bereit wäre, König zu sein. Es müsse ja jetzt kein Text mehr auswendig gelernt werden, es würde genügen, wenn die drei ein Geschenk mitbrächten und das an der Krippe ablegten. Gesagt, getan.

Als am Heiligen Abend schließlich das Krippenspiel begann, und es begann gut, es lief wunderbar, niemand blieb hängen, und wenn doch mal einer ins Stottern kam, war es genau an der richtigen Stelle und hat zur Weihnachtsgeschichte wunderbar gepasst. Und dann die letzte Szene: Auftritt der drei Könige, ungeprobt sozusagen traten sie auf, ganz live, wie es eben ist im Leben.

Der erste König war ein Mann, Mitte vierzig vielleicht. Er hatte eine Krücke dabei, brauchte sie aber offenbar nicht. Alle schauten gespannt und spitzten die Ohren, als er die Krücke vor der Krippe ablegte und sagte: “Ich hatte in diesem Jahr einen Autounfall. Ich lag lange im Krankenhaus. Niemand konnte mir sagen, ob ich je wieder laufen kann. Jeder kleine Fortschritt war für mich ein Geschenk. Diese Zeit hat mein Leben verändert. Ich bin aufmerksamer und dankbarer geworden. Es gibt für mich nichts Kleines und Selbstverständliches mehr, aufstehen am Morgen, sitzen, gehen und stehen, dabei sein, alles ist wunderbar, alles ein Geschenk. Ich lege diese Krücke vor die Krippe als Zeichen für meinen Dank für den, der mich wieder auf die Beine gebracht hat!”

Es war sehr still geworden in der Kirche, als der zweite König nach vorne trat. Der zweite König war eine Königin, Mutter von zwei Kindern. Sie sagte: “Ich schenke dir etwas, was man nicht kaufen und nicht sehen und nicht einpacken kann und was mir heute doch das Wertvollste ist. Ich schenke dir mein Ja, mein Einverständnis zu meinem Leben, wie es geworden ist, so wie du es bis heute geführt hast, auch wenn ich zwischendurch oftmals nicht mehr glauben konnte, dass du wirklich einen Plan für mich hast. Ich schenke dir mein Ja zu meinem Leben und allem, was dazu gehört, meine Schwächen und Stärken, meine Ängste und meine Sehnsucht, die Menschen, die zu mir gehören, mein Ja zu meinem Zweifel auch und zu meinem Glauben. Ich schenke dir mein Ja zu dir, Heiland der Welt!”

Jetzt trat der dritte König vor. Ein junger Mann mit abenteuerlicher Frisur, top gekleidet, gut gestylt, so wie er sich auf jeder Party sehen lassen könnte, und alles hielt den Atem an, als er mit ziemlich lauter Stimme sagte: “Ich bin der König mit den leeren Händen! Ich habe nichts zu bieten. In mir ist nichts als Unruhe und Angst. Ich sehe nur so aus, als ob ich das Leben leben kann, hinter der Fassade ist nichts, kein Selbstvertrauen, kein Sinn, keine Hoffnung. Dafür aber viel Enttäuschung, viel Vergebliches, viele Verletzungen auch. Ich bin der König mit den leeren Händen. Ich zweifle an so ziemlich allem, auch an dir, Kind in der Krippe. Meine Hände sind leer. Aber mein Herz ist voll, voller Sehnsucht nach Vergebung, Versöhnung, Geborgenheit und Liebe. Ich bin hier und halte dir meine leeren Hände hin und bin gespannt, was du für mich bereit hast…”

Tief beeindruckt von diesem unerwarteten Königsauftritt zum guten Schluss stand jetzt eine merkwürdig bedrückende Sprachlosigkeit im Raum.

Bis Josef spontan zur Krippe ging, einen Strohhalm herausnahm, ihn dem jungen König in die leeren Hände gab und sagte: Das Kind in der Krippe ist der Strohhalm, an den du dich klammern kannst!

Weil alle spürten, dass so gesehen alle mehr oder weniger Könige mit leeren Händen waren trotz voller Taschen und Geschenke, konnte man die Betroffenheit mit Händen greifen. Und so kam es, dass am Ende alle Leute in der Kirche nach vorne zur Krippe gingen und sich einen Strohhalm nahmen.

gekürzt – Quelle: https://www.unser-luebeck.de/magazin/quersprung/5299-die-geschichte-vom-koenig-mit-den-leeren-haenden (24.12.2015)

23. Dezember

Der Heiland

Immer wieder wird er Mensch geboren Spricht zu frommen, spricht zu tauben Ohren. Kommt uns nah und geht uns neu verloren.

Immer wieder muss er einsam ragen Aller Brüder Not und Sehnsucht tragen. Immer wird er neu ans Kreuz geschlagen.

Immer wieder will sich Gott verkünden, will das Himmlische ins Tal der Sünden. Will ins Fleisch der Geist, der ewige, münden.

Immer wieder, auch in diesen Tagen ist der Heiland unterwegs zu segnen. Unsern Ängsten, Tränen, Fragen, Klagen Mit dem stillen Blicke zu begegnen. Den wir doch nicht zu erwidern wagen, weil nur Kinderaugen ihn ertragen.

(HERMANN HESSE)

21. Dezember

Was soll das bedeuten

Was soll das bedeuten? Es taget ja schon. Ich weiß wohl, es geht erst um Mitternacht rum. Schaut nur daher! Schaut nur daher! Wie glänzen die Sternlein je länger je mehr!

Treibt zusammen, treibt zusammen die Schäflein fürbass! Treibt zusammen, treibt zusammen, dort zeig ich euch was, dort in dem Stall, dort in dem Stall. Werdet Wunderding sehen, treibt zusammen einmal.

Ich hab nur ein wenig von weitem geguckt, da hat mir mein Herz schon vor Freude gehupft: Ein schönes Kind, ein schönes Kind, liegt dort in der Krippe bei Esel und Rind.

Als Kind hat beim Singen dieses dritten Verses an Heilig Abend auch mein Herz vor Freude gehüpft. Innerlich hat mich diese Freude angesichts dieses Wunders der Geburt Jesu tief ergriffen. Dass wir wegen diesem Jesuskind so viel Aufwand betreiben für dieses Fest des Heiligen Abends. Die Hochspannung vor der Bescherung, das mit Kerzen hell erleuchtete Weihnachtszimmer, das Singen und Musizieren, endlich Geschenke aufpacken. Und das alles wegen dem Jesuskind.

Das sind meine Kindheitserinnerungen an Weihnachten.

Wieder den Blick eines Kindes bekommen, so dass das Herz vor Freude hüpft, das wäre schön.

20. Dezember

Josef

Was mag Josef wohl bei sich gedacht haben, als er da im Stall zwischen Ochs und Esel stand? Ausgerechnet in der Nacht, in der sich keine Unterkunft in Bethlehem finden ließ und nur ein Stall übrigblieb, ausgerechnet in dieser Nacht musste es zur Geburt kommen. Da liegt nun das Kind in Windeln gewickelt in der Krippe. Hätte es nicht einen besseren Platz verdient als bei den Tieren im Stall? Doch dann hob über dem Stall der Gesang der Engel an und die Hirten von den Feldern kamen mitten in der Nacht, fielen vor dem Kind nieder und beteten es an: Welche Gedanken sind da dem Josef durch den Kopf gegangen?
Die Bibel überliefert keinen Satz von ihm. Wie ein stummer Statist steht er neben dem Geschehen. Fast scheint es, als gehöre er gar nicht dazu. Nichts Nennenswertes gibt es von ihm zu berichten. Und so verliert sich die Spur des Josef in der Erzählung des Evangelisten Lukas.
Anders ist es bei Matthäus. Er weiß mehr von Josef zu erzählen. Schließlich stammt Josef von König David ab, ist also aus königlichem Geschlecht. Und darum schenkt Matthäus ihm besondere Aufmerksamkeit. Aber auch bei ihm bleibt Josef stumm. Kein Wort, kein Ausspruch ist von ihm überliefert. Umso intensiver und reicher aber wird von dem berichtet, was in Josef vorging: von seinen Träumen. Es sind intensive Träume. Ein Engel spricht zu ihm und weist ihn an, was er tun soll. Und Josef gehorcht. Er tut, was der Engel ihm sagt. Wortlos, ohne Widerrede, ohne viel Aufhebens. Schon zu Beginn der Schwangerschaft, als Josef Maria verlassen wollte, bleibt er auf Anweisung des Engels ihr treu. Nachdem die Weisen mit ihren Geschenken dem Kind ihre Aufwartung gemacht hatten, befiehlt der Engel Josef im Traum, mit Maria und dem Kind nach Ägypten zu fliehen, um dem Hass des Herodes zu entgehen. Und später ist es wiederum ein Engel, der Josef im Traum befiehlt, aus Ägypten zurückzukehren. Und nochmals im Traum wird ihm gesagt, nicht nach Bethlehem, sondern nach Nazareth zu gehen.
War Josef also ein realitätsferner Träumer, an dem das Leben vorbeilief? Nein, keinesfalls! Josef ist der stille Betrachter. Und gerade darin nimmt er an allem teil: Er nimmt wahr, was geschieht und lässt es auf sich wirken. Wie schon sein Namensvetter Josef, der Sohn Jakobs, steht er in seinen Träumen in Verbindung mit Gott. Er hört auf die innere Stimme und lässt sich davon leiten. So kann er dem Kind ein guter Vater sein, es durch die Gefahren leiten und in Fürsorge begleiten.
Schauen Sie sich den Josef an, wie er an der Krippe steht! Der stille Betrachter kann auch uns dazu anleiten, dem lauten Lärmen der Welt zu entfliehen, vor der Krippe inne zu halten und über das Geheimnis der Geburt Jesu nachzusinnen.

19. Dezember

Ein aussergewöhnlicher Stern

Der Stern über dem Stall, über Bethlehem, war genau zur richtigen Zeit am Himmel zu sehen. Von Weitem war er sichtbar. Sogar von Astrologen aus dem Nahen Osten. Ihre Nachforschungen waren eindeutig. Dieser besondere Stern bedeutet “Ein neuer König wird geboren”. Ihre Konsequenz: dort müssen wir hin, diesem neuen König wollen wir die Aufwartung machen, ihm die Ehre geben, obwohl wir ihn noch gar nicht kennen. Dieser neue Stern am Firmament war wohl über mehrere Wochen zu sehen und führte die Sterndeuter schliesslich zu Jesus und seinen Eltern.

Diese Geschichte ist so fantastisch, dass man sie nur sehr schwer begreifen kann. Ein Stern, Lichtjahre entfernt, soll Wegweiser sein für einige Menschen die unterwegs sind? Der Prophet Jesaja hatte das schon 700 Jahre vor Jesu Geburt vorausgesagt. Er hatte einen König vor Augen der endlich Frieden in die Welt bringt. Gott lässt diese Voraussage wahr werden. Er setzt einen Stern als Zeichen an den Himmel, dass Jesus Licht in die Welt bringt. Licht und Rettung für alle Menschen – mit den Hirten und eben mit diesen Gelehrten aus dem Morgenland fängt er an. Gott führt sie zu dem, der wirklich Macht hat, zum König aller Könige. Und das Unglaubliche passiert – die Weisen erkennen in dem Kind im Stall den Sohn Gottes. Der aussergewöhnliche Stern, dem sie gefolgt sind, war ihnen Wegweiser zu etwas noch viel Grösserem geworden. Sie haben den Heiland der Welt erkannt und ziehen erfüllt von dieser Erkenntnis wieder nach Hause. Das ist die eigentliche Weihnachtsbotschaft, auch für uns heute – den Sohn Gottes als unseren persönlichen Retter anzunehmen!

18. Dezember

Advent heißt Ankunft, und das Beste daran ist, dass wir wissen, wer kommt!

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seine Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst. Jesaja 9:5/6

Zur damaligen Zeit war der Nordteil Israels verwüstet durch Kriege. Die Menschen verschleppt in andere Länder. Leben war nur unter schwierigen Bedingungen möglich.

Mit der Geburt dieses Kindes waren deshalb viele Hoffnungen verbunden, die Hoffnung auf die Befreiung und auf die Erstarkung Israels zu alter Größe und Bedeutung. Für die Menschen damals war es die Hoffnung für die Zukunft. Ein Weg heraus aus der alltäglichen Not.

Im Gegensatz zum Volk Israel erleben wir eine lange Phase des Friedens. In unserem Land haben wir alle Freiheiten. Wir können frei zusammenkommen ohne Angst vor Verfolgung. Sicher ist nicht alles perfekt, aber die Vorteile überwiegen deutlich.

Trotzdem sind viele Menschen nicht wirklich frei. Sie sind eingeengt von der Arbeit, dem Druck, genügend Einkommen zu haben, den Sorgen um die Zukunft, oder den Einschränkungen aus Angst um die Gesundheit. Hinzu kommt die Sorge um die Stabilität des Friedens.

Weshalb ist die Geburt dieses Kindes für uns so besonders?

Es ist Jesus Christus, der Sohn Gottes! Nur auf ihn sind alle vier Bezeichnungen zutreffend. Das bedeutet, dass Gott seinen eigenen Sohn für uns gegeben hat. Die Bedeutung der Geburt dieses Kindes geht weit über alle Vorstellungskraft hinaus.

In diesem Vers ist die Bedeutung für uns in aller Kürze zusammengefasst: Jesus Christus bietet uns an, auf seinen Schultern alles zu tragen, was uns Sorgen macht und uns bedrückt. Keine Schuld und Sünde ist zu groß oder zu schwer für ihn.

Er ist der wahre Ratgeber. Er sieht in mein Leben und hat Verständnis für meine Situation. Es gibt keine Not, die ich nicht im Gebet zu ihm bringen darf. Für Ihn gibt es keine ausweglose Situation. Er hört auf mich und sein Rat führt mich heraus aus meiner Bedrängnis.

Er wurde gekreuzigt und ist auferstanden. Er hat den Tod besiegt. Das ist der Beweis für die Macht und Herrlichkeit Gottes.

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Er ist der Schöpfer allen Lebens. Seine väterliche Liebe ist uns zugewandt und das zu jeder Zeit und an jedem Ort. In Ihm finden wir Geborgenheit.

Er ist der Friedefürst. Nur er kann uns den wirklichen Frieden geben. Nicht ein Friede wie wir ihn kennen, geschaffen mit Waffengewalt. Er gibt uns den Frieden in Ihm.

Deshalb ist Weihnachten für uns ein Freudenfest. Mit Jesus Christus hat Gott uns die Perspektive für die Ewigkeit eröffnet.

In der Nacht von Bethlehem, da ist ein Kind geboren. Gottes Liebe kam zu uns, wir sind nicht mehr verloren Jesus, Heiland der Welt 

17. Dezember

Oh du fröhliche…

oh du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit

wie habe ich mich dieses Jahr auf die Weihnachtszeit gefreut, nachdem wir letztes Jahr auf so vieles verzichten mussten…aber ganz ehrlich ist es dieses Jahr eher wie „alle Jahre wieder“… da fragt man sich, was dieser Text in der heutigen Zeit noch zu suchen hat. Denn so frohgestimmt wie der Dichter, kann ich diese Vorweihnachtszeit nicht „fröhlich“ und unbeschwert genießen. Da trifft der weitere Text eher die allgemeine Stimmung:

Welt ging verloren

Das trifft es schon eher. Egal wo man sich befindet, in allen Medien und auch bei allen Gesprächen geht es nur um die Pandemie. Oder um die Klimaerwärmung. Oder um die vielen Konflikte weltweit. Oder… da muss man doch unweigerlich zu dem Schluss kommen, dass die Welt tatsächlich verloren ist. Warum also überhaupt Weihnachten feiern?

Christ ist geboren

„Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh“- das ist also Gottes Antwort auf unsere aktuelle Notlage?! Ein Kind, das vor 2000 Jahren geboren wurde. Und wo ist Gott heute? Ein kleines Kind ist doch keine Lösung!

Freue, freue dich oh Christenheit

“Wenn du ein Kind siehst, begegnest du Gott auf frischer Tat” sagte einst Martin Luther. Und wer so ein neugeborenes Kind sieht und es einmal auf den Arm nimmt, begreift das Wunder, das er da in Händen hält. Und er spürt, dass eben Trotz aller Umstände Gott mitten unter uns ist. Man muss nur sein Herz und die Augen öffnen. Dann kann man sich tatsächlich freuen und fröhlich singen!

Und wann hast du Gott auf frischer Tat ertappt?

16. Dezember

Stern über Denkendorf

Ein schönes Lied in der Adventszeit, mit Kindern und Erwachsene zu singen….

Es heißt allerdings: Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zu Krippe hin, zeig wo sie steht, leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.

Dies ist der erste Vers, es folgen dann noch weitere drei Verse

Der vierte Vers: Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück, steht noch dein heller Schein in unserm Blick, und was uns frohgemacht, teilen wir aus, Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus!

Weihnachten ohne Schranken und Abstand. Der Himmel ist auf der Erde, der Stern ist ganz nah bei den Hirten. Sie sind der Botschaft des Engels gefolgt. Weihnachten 2021 bringt Hoffnung in die Welt!

Stern über Denkendorf…… das Lied singen, Zuhause in der warmen Wohnstube!

 

15. Dezember

Weihnachten – die Botschaft vom liebenden Herzen des Himmlischen Vaters

In der Vorweihnachtszeit erklingen vielerorts die bekannten Liedzeilen: „Alle Jahre wieder kommt das Christuskind auf die Erde nieder, wo wir Menschen sind“

Tatsächlich wird alle Jahre wieder Weihnachten gefeiert, selbst in Kriegs – und Pandemiezeiten. Das mit dem Christuskind allerdings geschah einmalig, wie uns die Bibel berichtet: Der lebendige Gott und Schöpfer aller Dinge kam vor ca. 2000 Jahren in seinem Sohn Jesus Christus in diese Welt. Als Kind, in Windeln gewickelt, wurde er einer von uns und durchlebte alle Facetten eines Menschenlebens. In seinen Predigten und persönlichen Gesprächen mit Menschen aller Gesellschaftsschichten verkündete er mit Überzeugung: „Ich bin als Licht in die Welt gekommen, um in dieser dunklen Welt zu leuchten, damit alle, die an mich glauben, nicht im Dunkel bleiben… Ich bin gekommen, um die Welt zu retten, nicht zu richten!“ Johannesevangelium 12, 46 – 47
Jesus erklärt seinen Zuhörern, dass alle Menschen erlösungsbedürftig sind, weil sie die Gemeinschaft mit Gott verlassen haben und auf eigenen Wegen in die Irre gegangen sind, verloren in Sünde und Schuld. In bestimmten Stunden spüren wir Menschen diese Verlorenheit, diese ungestillte Sehnsucht nach Leben, nach echter Liebe und innerem Frieden – nach Gott. Deshalb verließ Gott den Himmel und wurde Mensch in Jesus Christus. Aus Liebe zu uns erlösungsbedürftigen Menschen bezahlte ER am Kreuz von Golgatha den Preis für unsere Schuld und machte sich selbst zum Weg, zum Rückweg zu Gott und dem Paradies, das wir verloren hatten.

Das ist die Botschaft von Weihnachten, vom Herz des Himmlischen Vaters, der heute mit ausgebreiteten Armen auf jeden wartet, der dieser Botschaft Glauben schenkt und sich retten lässt. Wir können dieses Geschenk der Gnade Gottes in einem persönlichen Gebet, etwa wie diesem, annehmen: „Vater im Himmel, ich habe die Botschaft von Weihnachten gehört und verstanden. Ich danke dir, dass du den Tod eines Sünders gestorben bist, den ich eigentlich hätte sterben müssen. Bitte vergib mir meine Schuld und führe mich an deiner Hand zum ewigen Leben. Ich vertraue mich dir an und will dir treu nachfolgen. Amen“

Aus: Weihnachten ist Chefsache, Wort Wörtlich Schriftenmission Evang. Diakonissenring Metzingen e.V., 72545 Metzingen.

14. Dezember

Krippe im Zentrum – das Licht in der Mitte

Zwischen Bank, Rathaus, Altem Bären, Bäcker Schill und Metzgerei Ehgartner, mitten im Zentrum auf dem Rathausplatz ist sie wieder aufgebaut die Holzhütte mit dem Stern. Darunter Ochs und Esel, davor die Hirten mit ihren Schafen und die Weisen und mittendrin Maria und Josef, die Krippe und – nein keineswegs das Jesuskind, sondern eine Lichtkugel. Das ist es, im Zentrum das Licht, das die Welt erhellt. Dieses Leuchten erinnert mich an die Jesus Worte: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir folgt, irrt nicht mehr in der Finsternis umher. Vielmehr wird er das Licht des Lebens haben.“ (Johannes 8, 12 Basisbibel)

Nicht umherirren, gerade auch in diesen dunklen Zeiten. Sich nicht irritieren lassen, von den verwirrenden Aussagen mancher Politiker, Virologen und anderen medizinischen oder sonstigen Fachleuten. Nicht die Impfung oder die Ablehnung der Impfung ist entscheidend, sondern ER, das Licht der Welt. Die einzige bedeutende Lichtquelle, die uns Orientierung gibt und unseren Weg hellmacht. So sagt uns das Psalm 119, 105: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.“ Drum schau hinein in dieses Wort und lass dich von diesem Licht erhellen, das dir aus der Krippe entgegen leuchtet.

Dazu bist du eingeladen hier an der Krippe im Zentrum und während der ganzen Adventszeit, an Weihnachten und das ganze Jahr über. Komm ins Licht und werde du selbst zu einem Licht in dieser Welt, für die Menschen in Denkendorf und an allen Orten, wo du ihnen begegnest.

Eine gesegnete Advents – und Weihnachtszeit

 

Tragt in die Welt nun ein Licht Kirchen- und Weihnachtslied
Text und Melodie: Wolfgang Longardt (*1930) 1972 (+2021)

1. Tragt in die Welt nun ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht! Gott hat euch lieb, Groß und Klein Seht auf des Lichtes Schein.
2. Tragt zu den Kindern ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht! Gott hat euch lieb, Groß und Klein Seht auf des Lichtes Schein.
3. Tragt zu den Kranken ein Licht, sagt allen: Fürchtet euch nicht! Gott hat euch lieb, Groß und Klein Seht auf des Lichtes Schein.

13. Dezember

Grundbedürfnis

Heute möchte ich mit euch über unser tiefstes Grundbedürfnis nachdenken. Was ist das wohl ?

Es ist das Atmen. Die Meisten können ohne Atmen bzw. Luft nicht länger als drei Minuten leben. Wir leben also Zug um Zug.

Aber was ist Luft eigentlich? Sie ist unsichtbar, aber lebensnotwendig. Wir können sie nicht anfassen, aber sie ist überall. Was gibt es schöneres als frische Luft ohne Maske? Vor allem jetzt in Corona Zeiten. Luft kann Düfte und Keime transportieren, aber auch Geräusche und Klänge. Jetzt im Winter können wir die Luft sogar manchmal im eisigen Wind hören und spüren, aber dennoch nicht greifen. Luft ist schon extrem sonderbar!

In Genesis 2,7 heißt es: Da formte Gott, den Menschen aus Staub und hauchte in seine Nase den Lebensatem (ruach). So wurde der Mensch zu einem lebendigen „Bedürfnis“.

Gott haucht uns den Atem ein. Hauchen ist etwas sehr Zärtliches. Dazu muss man einem nahekommen. Ich kann mir selbst nichts hauchen. Es bedarf eines Gegenübers. Gott kommt uns also ganz nahe und schenkt uns den Atem. Er ist von Anfang an ein Gott der Nähe und der Beziehung.

Er schenkt den Atem und er nimmt ihn wieder. Wir besitzen ihn nicht. Der Atem ist uns nur geliehen. Unsere Eigentliches ist somit nicht unser Eigenes, es ist von Gott. Wir sind also Bedürftige. So wichtig wie der Atem für uns ist, so wichtig ist Gott.

Er haucht uns in die Nase. Die Nase ist DAS Sinnesorgan, das unser Inneres und unser Äußeres verbindet. Wir empfangen damit und wir geben damit. Gott hat also einen Zugang in unser Inneres.

Er haucht in uns hinein. Das hebräische Wort, das in der Thora steht, heißt RUACH. Ruach bedeutet Atem, aber auch Geist. Gott schenkt uns den Atem und damit seinen Geist. Er kommt in tiefe innere Beziehung mit uns und wir dürfen so ständig mit ihm in Beziehung sein – bei jedem Atemzug. Ist das nicht ein wunderbares, zärtliches Geschenk?

12. Dezember

Warum ist das Weihnachtsfest wichtig?

Inmitten der Corona-Pandemie wurde im letzten Jahr diskutiert, ob die geltenden Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtstage gelockert werden sollen. Die Befürworter einer Lockerung betonten, die Weihnachtstage seien für den Zusammenhalt in der Familie elementar, identitätsstiftend für die Gesellschaft. Deshalb sei es wichtig, die Weihnachtstage im erweiterten Kreis der Familie verbringen zu können. Die Kritiker einer Lockerung meinten, das Infektionsgeschehen rechtfertige keine Ausnahme von den Beschränkungen über die Weihnachtstage. In Deutschland sei doch nur ein kleiner Teil der Bevölkerung überhaupt noch gläubig, viele wüssten doch gar nicht mehr um den tieferen Sinn von Weihnachten und interessierten sich auch nicht mehr dafür. So wichtig sei Weihnachten nun auch nicht. Doch: Das Weihnachtsfest betrifft jeden Menschen, ob mit Pandemie oder ohne, ob mit Kontaktbeschränkungen oder ohne, ob gläubig oder nicht. Weihnachten geht uns alle an. Jochen Klepper (1903-1942) beschreibt das in seinem Lied „Die Nacht ist vorgedrungen“ (Evang. Gesangbuch für Württemberg, Nr. 16):

1.) Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern. Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein.

2.) Dem alle Engel dienen, wird nun ein Kind und Knecht. Gott selber ist erschienen zur Sühne für sein Recht. Wer schuldig ist auf Erden, verhüll nicht mehr sein Haupt. Er soll errettet werden, wenn er dem Kinde glaubt.

3.) Die Nacht ist schon im Schwinden, macht euch zum Stalle auf! Ihr sollt das Heil dort finden, das aller Zeiten Lauf von Anfang an verkündet, seit eure Schuld geschah. Nun hat sich euch verbündet, den Gott selbst ausersah.

4.) Noch manche Nacht wird fallen auf Menschenleid und -schuld. Doch wandert nun mit allen der Stern der Gotteshuld. Beglänzt von seinem Lichte, hält euch kein Dunkel mehr. Von Gottes Angesichte kam euch die Rettung her.

5.) Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt. Als wollte er belohnen, so richtet er die Welt. Der sich den Erdkreis baute, der lässt den Sünder nicht. Wer hier dem Sohn vertraute, kommt dort aus dem Gericht.

11. Dezember

 

Zur Ruhe kommen

Wir leben in turbulenten Zeiten. Immer neue Corona-Zahlen, immer neue Verordnungen und Einschränkungen. Wie soll man da zur Ruhe kommen? Die äußeren Umstände wollen so gar nicht zu einer besinnlichen Advents- und Weihnachtszeit passen. Das war  allerdings damals, in der Heiligen Nacht, auch nicht anders. Was hätte Maria für ein paar ruhige Stunden gegeben! Stattdessen war sie unterwegs, obwohl sie hochschwanger war. Und eine ordentliche Unterkunft gab es auch nicht. Nur einen kalten, zugigen Stall. In dem hat sie ihr Kind zur Welt gebracht. Von Ruhe und Gemütlichkeit keine Spur. Einen Ruhepol gibt es in dieser aufregenden Geschichte allerdings doch, Maria selbst. Ausgerechnet Maria! Obwohl sie gerade erst unter schwierigen Umständen Mutter geworden ist. Obwohl sie miterleben muss, wie der armselige Stall von einer ganzen Schar von aufgeregten Hirten heimgesucht wird. Maria lässt sich von dieser ganzen Unruhe nicht anstecken. Ganz ruhig hört sie sich an, was die Hirten zu erzählen haben, und nimmt es in sich auf. In der Weihnachtsgeschichte heißt es: “Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.” Da muss man schon sagen: Maria hat die Ruhe weg! Ihr Gottvertrauen gibt ihr in dieser turbulenten Situation Ruhe und Halt. “Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast”, so ihre Antwort an den Engel, der ihr die Geburt des Christkindes ankündigte. Und nun lässt sie es geschehen. Voller Vertrauen, dass Gott schon weiß, was er tut. “Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens”, so haben die Engel gesungen. Maria spürt diesen Frieden in sich. So findet sie innere Ruhe, obwohl es gerade so turbulent zugeht. Gottes Friede kann auch uns zur Ruhe kommen lassen, inmitten all der Unruhe und Aufregung unserer Zeit.

10. Dezember

Warum Weihnachten?

>> Es ist schon ist ein paar Jahre her. Genauer gesagt war es im letzten Jahrhundert. Da lebte Günter in Bethel. Das ist eine diakonische Einrichtung für Kinder und Erwachsene mit Behinderungen. Damals war Pastor Fritz Bodelschwingh der Leiter in Bethel. Bei einem Weihnachtsfest wollte Kurt eine Kerze anzünden, aber bevor sein Streichholz den Docht erreichte, bekam er einen Krampfanfall, der ihn furchtbar schüttelte. Günter sah, wie man seinen Freund nach draußen trug, und rief voller Angst: „Alles hat einen Knacks!“ Dabei sah er Pastor Bodelschwingh verzweifelt an und fragte: Was ist denn so groß an Weihnachten?“ Fritz Bodelschwingh forderte die Kinder auf: „Günter möchte wissen, was das Große an Weihnachten ist. Bitte helft mir, ihm das zu sagen.“ Die Kinder gaben verschiedene Antworten. Leni überlegte: Warum nur hatte Gott seinen Sohn geschickt? Und plötzlich wusste sie es und rief: „Darum, weil alles einen Knacks hat.“ << (Nach einem Traktat des Diakonissenmutterhauses Aidlingen)

Warum Weihnachten? Diese Geschichte gibt eine einfache aber eindeutige Antwort: „Darum, weil alles einen Knacks hat.“ Diese Welt hat einen Knacks, schon vor der Pandemie, aber jetzt erst recht. Gerade jetzt an Weihnachten würden wir uns das Schöne, Friedvolle, Erholsame wünschen. Dabei fühlen sich momentan viele wieder genervt, erschöpft und schauen mit Sorgen in die Zukunft – Wer kann helfen?

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Und die Völker werden zu deinem Lichte ziehen und die Könige zum Glanz, der über dir aufgeht. (Jesaja 60,1-3 / Lutherbibel 2017)

Die Menschen der Bibel haben auch dunkle Zeiten durchlebt. Aber gerade in den dunkelsten Stunden hat Gott ihnen einen Hoffnungsschimmer aufgezeigt. Der Stern zeigt den Weg. In das Dunkel kommt das Licht. Das Licht der Welt liegt in der Krippe – Es ist Jesus, der Heiland der Welt! Für eine Welt, die den Knacks hat. Ja, Jesus ist Gottes ausgestreckte Hand für jeden von uns. Das Kind in der Krippe kommt in deine Dunkelheit. Alle, die seine Einladung annehmen, werden beschenkt. Sein Geschenk für uns ist Hoffnung, Frieden, Geborgenheit.

9. Dezember

Warum liegt hier in der Krippe eine leuchtende Kugel und keine Puppe?

Das war die dringende Frage meiner Kinder beim Anblick der Krippe. Was die Künstler dieses Projekts dazu bewegt hat, kann ich nur erahnen. Die Antwort meinen Kindern gegenüber lautete: Weil Jesus es für uns hell machen möchte. Er sagt von sich: Ich bin das Licht der Welt! Er möchte, zum Beispiel, wenn wir traurig sind, dass wir wieder froh werden. Jesus sagt von sich selbst noch andere Dinge: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ich bin das Brot des Lebens. ER will uns den Weg zeigen, mir und Dir, Ihnen. ER möchte uns Freude schenken, Trost und Sicherheit in schwierigen Zeiten, Zeiten wie diesen. Wenn wir nicht wissen – wie geht es weiter? – ER ist der Weg. Wenn wir nicht wissen – hab ich morgen noch Arbeit und Brot? – ER ist das Brot, er versorgt uns.

Manchmal fehlt uns vielleicht selbst der Glaube daran. Dann ist es gut, wenn wir uns gegenseitig das Glaubensfeuer wieder entfachen – ein Funke genügt. Wo kannst Du diesen Funken wieder finden? Wem kannst Du heute ein Licht schenken? Denn Jesus sagt auch zu uns: Ihr seid das Licht der Welt!

Lasst uns also sein Licht in die Welt tragen, andere ermutigen und selbst gestärkt werden.

8. Dezember

Wider dem Leichtsinn und wider die lähmende Angst

Luther schrieb 1527 an Johann Hess, als die Pest in Wittenberg ausbrach: “Wenn Gott tödliche Seuchen schickt, will ich Gott bitten, gnädig zu sein und der Seuche zu wehren. Dann will ich das Haus räuchern und lüften, Arznei geben und nehmen, Orte meiden, wo man mich nicht braucht, damit ich nicht andere vergifte und anstecke und ihnen durch meine Nachlässigkeit eine Ursache zum Tode werde. Wenn mein Nächster mich aber braucht, so will ich weder Ort noch Person meiden, sondern frei zu ihm gehen und helfen. Siehe, das ist ein gottesfürchtiger Glaube, der nicht tollkühn und dumm und dreist ist und Gott nicht versucht.” (Luthers Werke Band 5, Seite 334f.)

Nein, ich glaube nicht, dass Gott uns das Corona-Virus gesendet hat, aber die Worte von Martin Luther sind mir eine Richtschnur in dieser Pandemie.

Durch mein Verhalten, Kontaktbeschränkung und die Einhaltung der Maßnahmen will ich meinen Teil dazu beitragen, die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Ich freue mich an den Errungenschaften der Medizin und habe mich impfen lassen. Und gleichzeitig weiß ich, dass mich bestimmte Menschen brauchen oder es Menschen gibt, denen ich eine Hilfe in schwierigen Lebenssituationen bin.

Hier bin ich im Vertrauen auf Gott weiter gefordert. Erst recht in der Adventszeit, in der wir auf das Kommen unseres Heilandes warten.

7. Dezember

Ist doch nur eine Krippe

Eine nette Tradition diese Weihnachtskrippen! Die liebevolle Darstellung der Weihnachtsgeschichte mit teilweise aus biblischen Berichten entnommenen Figuren um Maria und Josef sorgt für Atmosphäre, findest Du nicht auch? Zusammen mit den Lichterketten, Weihnachtsmännern und Gebäck wird ja vielleicht sogar ein Weihnachtszauber daraus – Wäre ja schön!

So ganz traditionell korrekt scheint die Aufstellung der Figuren hier auf dem Denkendorfer Rathausplatz nicht zu sein. Recherchiert man zur richtigen Position der Figuren, also wer wo in der Krippe steht, findet man Hinweise dass die Hirten und der Ochse eigentlich auf die Seite Marias und die Weisen aus dem Morgenland auf die andere Seite gehören. Natürlich mit entsprechender Begründung dazu. Und dann liegt hier nicht einmal das Christkind in der Futterkrippe sondern eine Leuchtkugel. Aber das ist für die Atmosphäre ja eigentlich egal – ist doch nur eine Krippe. Oder?

Einen ganz anderen Blick auf die Krippe zeigt der Dichter Paul Gerhardt in seinem Text zum Lied „Ich steh an deiner Krippen hier“. In der Zeit nach dem verheerenden dreißigjährigen Krieg schreibt er davon, an der Krippe bei „Jesu, du mein Leben“ zu stehen. Dass Jesus „in tiefster Todesnacht“ für ihn „Licht, Leben, Freud und Wonne“ war. Das Lied ist irgendwie untypisch für unsere Weihnachtstradition. Es kommen keine ausschmückenden Figuren vor. Es dreht sich nur um den, der im Mittelpunkt der Krippe und dem Zentrum der Geschichte steht.

Was siehst Du in der Krippe? Eine hübsche aber eigentlich bedeutungslose Kulisse?

Paul Gerhardt hat mehr gesehen. Das ist in seinem Lied eindrucksvoll zu hören.
Eine großartige neue Version davon findest Du auf YouTube: https://youtu.be/VXTAh3uUsag

6. Dezember

Der Adventskalender

Haben Sie auch einen Adventskalender zu Hause?

Als Kind habe ich manchmal schon vorab ein Türchen geöffnet und die Schokolade gegessen. Das war keine gute Idee, denn die Tage, an denen dann nichts hinter dem Türchen zu finden war, waren sehr enttäuschend.

Wie erleben Sie die Adventszeit? Werden Sie jeden Tag neu beschenkt, oder erleben Sie in dieser Zeit viel Leere? Sind diese Tage leer oder nur mit Hektik und Stress gefüllt?

In der Bibel wird von einer Tür geredet, die sich immer zu öffnen lohnt. Nach dem Öffnen finden Sie etwas, das die Leere in Ihrem Leben füllen kann:

Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe! (Psalm 24,7)

Gott selbst zieht als kleines Kind in einer Krippe ein. Und er zieht in Ihr Leben ein, wenn Sie ihm die Tür Ihres Herzens öffnen. Jesus will die Leere füllen. Wenn Sie ihm die Türe öffnen, dann haben Sie an jedem Tag große Freude.

 

5. Dezember

-lich willkommen!

Ja, du hast richtig gelesen! Hier an der Krippe und bei Jesus bist du herzlich willkommen! Jesus wurde nicht in einem Palast geboren, obwohl dies für ihn als Gottes Sohn durchaus angemessen gewesen wäre. Nein, es war kein Palast und keine schicke Wiege, sondern eine Futterkrippe, in die Maria und Josef das Baby Jesus legten, weil sie sonst keinen Platz in der Herberge fanden. Aus Liebe zu allen Menschen wurde Jesus so klein und arm: damit ALLE zu ihm kommen können: die Hirten mit ihren dreckigen Stiefeln und die weisen Männer aus fernen Landen. Alle, egal wie verschieden sie waren, konnten damals den neugeborenen König, den Heiland der Welt besuchen. Auch wir sind heute ALLE eingeladen zu Jesus zu kommen, unabhängig von unserem IQ, Reichtum, sozialen Status, einem Pass, Test, Zertifikat und diversen G-Regelungen! Bei Jesus dürfen wir abladen, was uns das Leben schwer macht! Welche Lasten stecken in deinem „Lebensrucksack“? Sind es Ängste und Sorgen, die dich belasten oder leidest du an Einsamkeit, Streit, Zerrissenheit, Unsicherheit, Rechthaberei, Egoismus, Lieblosigkeit oder …? Jesus weiß, wie das Menschsein ist, denn er selber hat die Höhen und tiefste Tiefen des menschlichen Lebens erlebt, als er auf dieser Erde lebte. Wie gesagt, es begann schon als er geboren wurde… Und doch ist er auch Gottes Sohn, der Herr und Heiland dieser Welt! Nur Er kann uns von all dem Bösen in und um uns befreien und uns unsere Schuld vergeben! Von ihm dürfen wir uns mit Kraft und Orientierung, Heil und Erlösung schenken lassen. Er will uns durch die Krisen des Lebens begleiten und uns helfen, dass wir uns als Befreite, trotz aller Verschiedenheit, die Hände reichen. Gemeinsam können wir dann fröhlich, mutig und zuversichtlich Seinem ewigen und herrlichen Reich entgegen gehen! Jesus Christus spricht: „Kommt alle her zu mir, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet! Ich werde euch Ruhe geben.“ (Matthäus 11, 28) und: „ Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen.“ (Johannes 6,37)

Deshalb gilt: DU bist  lich willkommen!!!

4. Dezember

HIStory

Gott schreibt Geschichte. In einer schwierigen Zeit, an einem unbedeutenden Ort, unter unmöglichen Bedingungen.

Ein Kind wird geboren. Dieses Kind ist Gott. Der Gott, der Mensch wurde – Jesus. Das ist die ganze Geschichte und das ist eine einzigartige, weltverändernde Geschichte: die Weihnachtsgeschichte!

Unsere Weihnachtszeit ist oft eine andere Geschichte. Hohe Erwartungen an Harmonie enden in einer verkrampften Besinnlichkeit. Eigene Ansprüche, die perfekte Rolle zu spielen und allen gerecht zu werden führen in eine emotionale Überforderung. Stress und Streit rauben dem Fest den fröhlichen, familiären Charakter. Kitsch und Kram machen aus der wahren Weihnacht die Ware „Weihnacht“. Verblendet vom Kommerz wird diesem Geburtstagsfest der Sinn entzogen.

Es wird Zeit Weihnachten neu zu begreifen und gedanklich zu entrümpeln. Back to the roots – zurück zum Ursprung oder besser: zurück zur Krippe, begegne Gott im Stall. Erlebe Weihnachten im ursprünglichen Sinne und begegne Jesus persönlich.

Dieses Kind setzte unseren Kalender auf null. Christi Geburt – nach Ihm tickt die Zeit, weltweit. Er bestimmt Anfang und Ende.

Das Kind in der Krippe wurde zum Mann am Kreuz und zum König der Könige. Eine göttliche Karriere Dir zuliebe. Er möchte Dein Leben gestalten; werde ein Teil seiner Geschichte. Weniger ist mehr – Jesus reicht. Komm zur Krippe oder lade Jesus einfach in Dein Leben ein.

Wer der Sohn hat, hat das Leben (1. Joh. 5,12)

3. Dezember

Winzige Lagerfeuer

Kerzen sind eine außergewöhnliche Beleuchtung.

Man könnte sagen: Wir haben sie nicht mehr nötig und gerade deshalb brauchen wir sie. Das ist eigentlich der Fall seit der Erfindung der Glühbirne Ende des 19. Jahrhunderts. Kerzen sind heute keine Erhellungsinstrumente mehr, sondern vielmehr Bedeutungsträger, Symbole. Und es gibt nichts, was sie vollständig ersetzen kann.
Denn das Licht, das Kerzen erzeugen, hat einen ganz besonderen Charakter: sehr wenig Blauanteile und hohe Rotanteile.
Rot ist eine wärmende Lichtfarbe und wirkt wie ein Beruhigungstee. Diese Lichtfarbe signalisiert uns: Zeit zum Ausruhen. Da gehört auch das leichte Flackern der Flamme, der Geruch des verbrannten Wachses und vor allem auch die Wärme, die die Kerze erzeugt dazu. Alles zusammen wird so ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe erzeugt. In eine Kerzenflamme können wir schauen, ohne geblendet zu werden.

Untersuchungen belegen, dass Licht wie das von Kerzen zur Kreativität anregt. Je wärmer und gedimmter das Licht, desto wahrscheinlicher, dass Gespräche mit gegenseitigem Vertrauen entstehen und der Austausch mit anderen angeregt wird. Kerzen sind wie winzige Lagerfeuer, um die wir uns versammeln, Geschichten lauschen, Nähe, Geborgenheit und Gemütlichkeit entstehen.

Das Licht einer Flamme symbolisiert schon immer Schutz und Sicherheit. Kerzen sind zum Leuchten geschaffen – die Angst beginnt langsam zu verschwinden. Kerzenlicht erinnert an leichte Tage und die Hoffnung auf Besserung.

Da drängt sich die Frage an jeden von uns auf: Wie kann ich anderen heute und morgen eine leuchtende Kerze sein?

2. Dezember

Was ist das für eine Zeit, in der Maria schwanger ist?

Das Land ist von den Römern besetzt. Sie kontrollieren das politische und wirtschaftliche Leben. Aufstände werden gewaltsam niedergeschlagen, es gibt Korruption und Armut. Die religiösen Gruppierungen sind zerstritten. …

Die Menschen sehnen sich nach Freiheit und Frieden.

Was ist das für ein Kind, das Maria unter dem Herzen trägt?

Der Engel sagt: Ein Sohn. Jesus soll sein Name sein. Das bedeutet „Jahwe ist Hilfe, Rettung, Heilung“. Er ist der Sohn des Höchsten und wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit. Sein Reich wird kein Ende haben. (nach Lukas 1, 31-33)

Was ist das für eine Zeit, in der wir jetzt Advent erleben?

Ein Virus bestimmt wieder mehr und mehr unser tägliches Leben. Schränkt uns ein. Politik und Wirtschaft sind davon stark betroffen. Demonstrationen gehen nicht nur friedlich von Statten. Die Gesellschaft ist gespalten. …

Die Menschen sehnen sich nach Freiheit und Frieden.

Was ist das für ein Kind, auf dessen Ankunft wir in diesem Advent warten?

Der Engel sagt: Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland und Retter geboren. Sein Titel ist Christus. Das bedeutet „der Gesalbte König“. Friede auf Erden. (nach Lukas 2, 10-14)

Die Menschen sehnen sich nach Freiheit und Frieden.

Das Kind, der Retter, der Heiland, soll machtvoll eingreifen. Die Besatzung beenden, vor dem Virus bewahren, den Streit befrieden. Aber sieht so sein Reich aus? Mit Jesus hat das Reich Gottes auf Erden Einzug gehalten. In seiner Nachfolge können wir am Reich Gottes mitwirken. Vielleicht kannst du diese Adventszeit nutzen, um diesem Reich auf die Spur zu kommen. Das Lukasevangelium hat genau 24 Kapitel 😉.

Ein Hinweis aus der Bibel zeigt mir, wo ich Frieden finden kann. Jesus sagt: „Kommt her zu mir, alle, die ihr euch abmüht und unter eurer Last leidet. … dann findet ihr Ruhe für euer Leben.“ (Matthäus 11, 28+29)

 

1. Dezember

LIEBE

Liebe ist etwas schönes. Wenn man verliebt ist, krippelt sie, und ist etwas ganz Aufregendes.
Es gibt verschiedene Arten von Liebe. Nicht nur eine ganz große, sondern verschiedene Sorten wie bei Eis: die Liebe zu den Eltern, die Liebe zu den Kindern, die Liebe zum Partner oder zur Partnerin, die Liebe zu Freunden…

Die Liebe spielt in der Weihnachtsgeschichte eine große Rolle. Wer daran glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist – der glaubt auch daran, dass Gott die Menschen auf dieser Welt so sehr liebt, dass er ihnen seinen eigenen Sohn schickt.

Ist das nicht das größte Geschenk, dass es geben kann? Dass Liebe auch für uns Menschen das Wichtigste ist, sagt Jesus, als er erwachsen ist: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst“.

ADVENTS-WOHNZIMMER-KONZERT “WEITER” mit Steffi Neuman – Abgesagt

Abgesagt-Abgesagt-Abgesagt-Abgesagt-Abgesagt

Steffi Neumann kommt aus Esslingen, wo sie in Teilzeit als Erzieherin arbeitet. Sie schreibt und komponiert Songs und spielt Gitarre. Zehn Jahre lang war sie Frontfrau der Band Trinity und ist heute als
Solokünstlerin und mit verschiedenen Chorprojekten unterwegs. Ihr zweites Soloalbum “Weiter” erschien im April 2020.

“Authentisch, berührend und mit einer herausragenden, in jeder Nuance kristallklaren Stimme vermittelte Steffi Neumann, dass es sich lohnt, nie die Hoffnung zu verlieren und dankbar das Leben zu genießen”. Britta Bischoff-Krappel, Pforzheimer Zeitung, 18.November 2019

22. Dezember

 

Danken ist nicht ganz leicht, weil man den Grund des Dankens nicht immer und manchmal gar nicht am Leben selber ablesen kann.

Danken ist eine Form des Glaubens. Im Dank liest man die Welt besser, als sie ist.

Man liest die Schönheit in sie hinein.

Im Dank liest man sich selber besser, als man ist. Man liest sich mit den Augen Gottes, der uns schon gemeint und geborgen hat im Schicksal jenes Christus.

Das Danken zu lernen ist wichtiger als jede Moral. Die Moralen müssen eine Herkunft haben, sonst halten sie sich nicht lange. Ihre beste Mutter ist der Dank.

Wer dankt, schlägt nicht. Wer dankt benutzt nicht. Wer dankt, zerstört nicht. (FULBERT STEFFENSKY)

Stehen wir still und dankbar vor der Krippe. Danken wir, dass Gott uns in einem Kind entgegen kommt.

Willkommen beim CVJM Denkendorf