Es ist wieder Advent: Zeit der Ankunft. Wir feiern: Gott macht sich auf in eine Welt, die immer wieder von dunklen Zeiten überschattet wird und will uns mit seinem Sohn Jesus Christus sein Licht bringen.
Deswegen ist die Adventszeit ja auch die Zeit der Lichter. Da werden Kerzen an dem Adventskranz angezündet. Da stellt man verschiedene Leuchtengel ins Fenster. Und in den Fußgängerzonen scheinen die Sterne über die Straßen. Und es ist ja auch schön gemütlich, bei Kerzenschein zusammenzusitzen und selbstgemachte Plätzle zu genießen.
In einem meiner Lieblingsweihnachtslieder, geht es auch um Licht. Und Dunkelheit. Es ist ein besonderes Weihnachtslied. Nicht so klassisch, fröhlich und ausgelassen, wie wir es von den meisten Weihnachtsliedern gewohnt sind.
Die Nacht ist vorgedrungen, der Tag ist nicht mehr fern. So sei nun Lob gesungen dem hellen Morgenstern! Auch wer zur Nacht geweinet, der stimme froh mit ein. Der Morgenstern bescheinet auch deine Angst und Pein. So beginnt das Lied in der ersten Strophe.
Ich glaube, Ängste kennt jeder von uns, ob er es zugibt oder nicht. Wie wird das Weihnachtsfest dieses Jahr? Schaffe ich es auch, für alle das passende Geschenk zu finden? Wird es Streit geben in der Familie? Werde ich die Feiertage vielleicht alleine verbringen müssen? Wie wird das mit dem Älterwerden? Werde ich mich weiter selbst versorgen können? Werde ich Hilfe bekommen, wenn ich sie brauche? Fragen über Fragen, die einen manchmal nachts wach halten können.
In diesem Lied sind wir dazu eingeladen, uns mit unseren Fragen – im Bild gesprochen – bescheinen zu lassen von Christus, dem hellen Morgenstern. Uns an ihn zu wenden mit unseren Ängsten, damit er es mitten in unserer Dunkelheit, die wir vielleicht im Herzen haben, hell macht.
Im zweiten Vers geht es dann ganz konkret um Weihnachten. Gott, der Herr, wird ein Knecht. Der Herrscher wird zum Diener. Er erscheint in dieser Welt. Es ist ihm nicht egal, wie es um uns Menschen steht, sondern er kommt auf diese Erde. Er macht sich nicht rar, sondern besucht uns. Er sieht jeden von uns ganz persönlich mit seinen dunklen Flecken und Ängsten und denkt sich: Für ihn, für sie mache ich mich auf den Weg. Gott handelt an Weihnachten, indem er zu uns als Kind in der Krippe kommt. Und damit ist eine Hoffnung verbunden: Es wird nicht für immer dunkel sein in uns und auf dieser Welt.
Wir brauchen uns nicht mehr zu verstecken, unser Haupt nicht mehr verhüllen, keine Angst mehr haben vor Gott, denn wir werden errettet werden, wenn wir ihm glauben. Wenn wir auf diesen Morgenstern vertrauen, nicht nur im Advent, sondern das ganze Jahr über. Wenn wir uns auf diesen Jesus einlassen, dann ist Advent und Weihnachten Grund zur Freude, weil Gott sich mit uns verbündet hat, wie es im 3. Vers am Ende heißt.
Gott möchte Gemeinschaft mit uns haben. Deshalb ist die Nacht schon im Schwinden. Unser aller Heil liegt in der Krippe. Jetzt endlich ist Christus, der Retter da. Hör doch mal rein
