18. Dezember


Verzicht

Beim diesjährigen Weihnachtsfest müssen wir Verzicht üben. So manche Familientradition wird gebrochen. Menschen, die sich vielleicht schon seit Jahrzehnten treffen, können dies in 2020 nicht im gewohnten Stil. Sofern Weihnachtsgottesdienste überhaupt stattfinden können, dürfen die lieb gewordenen Weihnachtslieder nicht gesungen werden. Wer gerne in der Adventszeit durch einen Weihnachtsmarkt schlendert oder mit Freunden einen gemütlichen Abend verbringt, muss dieses Jahr darauf verzichten. Der Besuch von einem Theater, dem Zirkus oder einem Restaurant und viele weitere Orte an denen wir so gerne einkehren und verweilen, all diese Einrichtungen sind geschlossen. Bestimmt gibt es auch manche, die das Bunte Feuerwerk an Neujahr vermissen werden. Diese Liste auf Verzicht an Konsum ließe sich mühelos erweitern, den wir mittlerweile als selbstverständlich in unsere Lebensgewohnheiten aufgenommen haben.

Doch dieser Verzicht, selbst wenn er angeordnet ist, hat auch gute Eigenschaften. Er durchbricht Gewohnheiten. Er gibt Denkanstöße. Er schafft einen freien Terminkalender. Und er schenkt Raum für ein besinnliches Weihnachtsfest.

Jesus selbst wurde Mensch und zeigte durch sein Leben, dass durch Verzicht alles möglich ist. Er regierte nicht aus einem Palast, umgeben von Reichtümern und Dienern. Er ging mit seinen Gefolgsleuten umher ohne festen Wohnsitz. Er wurde versorgt von Menschen vor Ort, predigte Umkehr und wurde sogar oftmals vertrieben. Sein ganzes Leben lang fügte er sich Gottes Plan. Jesus kam als Menschensohn, wie er sich selbst nannte. Der Sohn Gottes, ein Sohn aller Menschen. Darauf müssen wir nicht verzichten, das hat er uns bereits geschenkt.

Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist. (Lukas 19,10)

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