3. Dezember

Winzige Lagerfeuer

Kerzen sind eine außergewöhnliche Beleuchtung.

Man könnte sagen: Wir haben sie nicht mehr nötig und gerade deshalb brauchen wir sie. Das ist eigentlich der Fall seit der Erfindung der Glühbirne Ende des 19. Jahrhunderts. Kerzen sind heute keine Erhellungsinstrumente mehr, sondern vielmehr Bedeutungsträger, Symbole. Und es gibt nichts, was sie vollständig ersetzen kann.
Denn das Licht, das Kerzen erzeugen, hat einen ganz besonderen Charakter: sehr wenig Blauanteile und hohe Rotanteile.
Rot ist eine wärmende Lichtfarbe und wirkt wie ein Beruhigungstee. Diese Lichtfarbe signalisiert uns: Zeit zum Ausruhen. Da gehört auch das leichte Flackern der Flamme, der Geruch des verbrannten Wachses und vor allem auch die Wärme, die die Kerze erzeugt dazu. Alles zusammen wird so ein Gefühl von Geborgenheit und Ruhe erzeugt. In eine Kerzenflamme können wir schauen, ohne geblendet zu werden.

Untersuchungen belegen, dass Licht wie das von Kerzen zur Kreativität anregt. Je wärmer und gedimmter das Licht, desto wahrscheinlicher, dass Gespräche mit gegenseitigem Vertrauen entstehen und der Austausch mit anderen angeregt wird. Kerzen sind wie winzige Lagerfeuer, um die wir uns versammeln, Geschichten lauschen, Nähe, Geborgenheit und Gemütlichkeit entstehen.

Das Licht einer Flamme symbolisiert schon immer Schutz und Sicherheit. Kerzen sind zum Leuchten geschaffen – die Angst beginnt langsam zu verschwinden. Kerzenlicht erinnert an leichte Tage und die Hoffnung auf Besserung.

Da drängt sich die Frage an jeden von uns auf: Wie kann ich anderen heute und morgen eine leuchtende Kerze sein?

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