13. Dezember

Grundbedürfnis

Heute möchte ich mit euch über unser tiefstes Grundbedürfnis nachdenken. Was ist das wohl ?

Es ist das Atmen. Die Meisten können ohne Atmen bzw. Luft nicht länger als drei Minuten leben. Wir leben also Zug um Zug.

Aber was ist Luft eigentlich? Sie ist unsichtbar, aber lebensnotwendig. Wir können sie nicht anfassen, aber sie ist überall. Was gibt es schöneres als frische Luft ohne Maske? Vor allem jetzt in Corona Zeiten. Luft kann Düfte und Keime transportieren, aber auch Geräusche und Klänge. Jetzt im Winter können wir die Luft sogar manchmal im eisigen Wind hören und spüren, aber dennoch nicht greifen. Luft ist schon extrem sonderbar!

In Genesis 2,7 heißt es: Da formte Gott, den Menschen aus Staub und hauchte in seine Nase den Lebensatem (ruach). So wurde der Mensch zu einem lebendigen „Bedürfnis“.

Gott haucht uns den Atem ein. Hauchen ist etwas sehr Zärtliches. Dazu muss man einem nahekommen. Ich kann mir selbst nichts hauchen. Es bedarf eines Gegenübers. Gott kommt uns also ganz nahe und schenkt uns den Atem. Er ist von Anfang an ein Gott der Nähe und der Beziehung.

Er schenkt den Atem und er nimmt ihn wieder. Wir besitzen ihn nicht. Der Atem ist uns nur geliehen. Unsere Eigentliches ist somit nicht unser Eigenes, es ist von Gott. Wir sind also Bedürftige. So wichtig wie der Atem für uns ist, so wichtig ist Gott.

Er haucht uns in die Nase. Die Nase ist DAS Sinnesorgan, das unser Inneres und unser Äußeres verbindet. Wir empfangen damit und wir geben damit. Gott hat also einen Zugang in unser Inneres.

Er haucht in uns hinein. Das hebräische Wort, das in der Thora steht, heißt RUACH. Ruach bedeutet Atem, aber auch Geist. Gott schenkt uns den Atem und damit seinen Geist. Er kommt in tiefe innere Beziehung mit uns und wir dürfen so ständig mit ihm in Beziehung sein – bei jedem Atemzug. Ist das nicht ein wunderbares, zärtliches Geschenk?

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